Andacht zum 27. März 2020

7 Wochen ohne Pessismismus – So lautet die Fastenaktion der evangelischen Kirche 2020. „Seit mehr als 30 Jahren lädt die Aktion „7 Wochen Ohne“ dazu ein, die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern bewusst zu erleben und zu gestalten.“ – so heißt es auf der Internetseite zu der Aktion
In diesem Jahr ist alles anders. Während ich in der Fastenaktion mich durch meine eigene Entscheidung aus dem gewohnten Alltagstrott herausnehme, sind wir nun dazu gezwungen genau dies zu tun: Wir müssen unser Leben anders organisieren. Ohne Schule, ohne Feiern ohne direkte Kontakte außerhalb der Familie oder der Arbeit.
Wenn wir das Fernsehen oder das Radio anmachen oder im Internet schauen, überall begleitet uns die Krankheit.
Am Anfang war alles weit weg und viele haben die Angst davor noch belächelt.

Jetzt versuchen wir, uns damit zu arrangieren. Manche Menschen decken sich – teils irrational – mit Vorräten wie Nudeln oder Klopapier ein.

Doch was wir wirklich brauchen ist die Zuversicht.
Wie wird diese Zeit? Wie wird die Zeit danach? Können wir dann wieder einfach zum Alltag zurückkehren?

Gerade in dieser Zeit lohnt es sich in der Bibel zu lesen. Wir erfahren, zu allen Zeiten mussten Menschen damit umgehen, dass es Kriege, Krankheiten und Leid gab. Ihren Halt haben sie dann oft bei Gott gefunden.
Wir vergessen leider viel zu oft, dass dies alles auch zu unserem Leben dazu gehört.
Aber Gott verspricht uns, dass er uns treu ist und dass er an unserer Seite steht. Er gibt uns Stärke und Halt, damit wir durchhalten können, wenn wir ihn darum bitten.

In Psalm 62 lesen wir:
2 Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft.
3 Denn er ist mein Fels, meine Hilfe, mein Schutz, dass ich gewiss nicht wanken werde.
6 Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung.

Dieser Psalm und die nachfolgenden Gedanken sind für die 5. Woche der Fastenaktion „7 Wochen ohne“ vorgesehen.

Licht sehen, vertrauen dürfen, gehalten sein, wo man nicht fallen kann – zumindest nicht tiefer als in Gottes Hand. Dieses Geschenk ist immer wieder unfassbar und gar nicht so leicht anzunehmen. Wenn wir innehalten und still werden, können wir die Angst loslassen.

(Quelle: https://7wochenohne.evangelisch.de/woche-5-meine-zuversicht-ist-bei-gott)

Am 12. April feiern wir Ostern. Es ist das Fest, an dem wir daran denken, dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist. Davor hat er eine Leidenszeit durchgemacht. Der Hebräerbrief schildert es in kurzen drastischen Worten:

12 Darum hat auch Jesus außerhalb des Stadttores gelitten. Denn durch sein eigenes Blut wollte er das Volk heilig machen. 13 Lasst uns daher zu ihm hinausgehen vor das Lager. Wir wollen die Schande auf uns nehmen, die er zu tragen hatte. 14 Denn wir haben hier keine Stadt, die bestehen bleibt. (Hebräer 13, 12-14 – Basisbibel – Predigttext zum 29.3.20)

Der Schreiber des Briefes sah darin einen Akt der Versöhnung. Jesus übernimmt Verantwortung für alle. Gott solidarisiert sich mit den Menschen. Er ist mit seiner Liebe nahe. War dafür dieser qualvolle Tod nötig. Es ist schwer zu verstehen. Aber mit diesem Geschehen hat Jesus die Menschen und die Welt verändert:
Jesus Christus der Sohn Gottes hat sich hinaus in die Welt begeben und sich dem ausgesetzt, was Menschen erleiden.
Gott weiß, was es heißt, wenn wir Leid erfahren und er stellt sich uns an die Seite und gibt uns Stärke und Kraft die Krise zu bewältigen.

Gott setzt sich für uns ein und wenn wir ihm nachfolgen können wir für andere da sein:
Zum ersten Mal nimmt fast die ganze Welt Einschränkungen hin, um das Leben der Schwächeren, der Alten und Kranken, zu schützen.

Ich finde allein dieser Gedanke kann uns Zuversicht geben.

Nach Karfreitag kommt Ostern und aus der Dunkelheit wird Licht!

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